Erster Meilenstein auf dem Weg zur Pastoralvereinbarung

„Wie ticken die Ost-Ostwestfalen?“

Julia Fisching-Wirth aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn gab am 1.Oktober in einer öffentlichen Veranstaltung der Katholischen Kirche im Pastoralen Raum Steinheim – Marienmünster – Nieheim eine erste Antwort.

Die Aula der Grundschule Nieheim war gut gefüllt, als die Referentin die verschiedenen Milieus, die in unserem Raum vertreten sind, vorstellte. Als Milieu oder Lebenswelt werden Menschengruppen bezeichnet, die einen ähnlichen Lebensstil, gleiche Haltungen oder Wertvorstellungen vertreten. Alle Milieus von Ober-, Mittel- bis Unterschichtbereich sind in unseren Gemeinden in unterschiedlicher Anzahl vertreten, was die konkrete Übersicht der Referentin zeigte.

Deutlich wurde in der sogenannten DELTA-Milieustudie, die das Erzbistum in Auftrag gegeben hat, dass hier in unserer Region konservative, traditionelle und bürgerliche Milieus mit ca. 50 % besonders stark sind. Postmoderne, Postmaterielle, Performer, Expeditive Milieus sind zu einem weit geringeren Prozentsatz vertreten und konnten in der zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung nicht umfassend vorgestellt werden. Das Milieu der Benachteiligten ist in unserem Pastoralen Raum mit bis zu 19% nicht zu unterschätzen.

„Was wollen wir mit diesen Erkenntnissen machen?“, war eine Frage aus dem Publikum.
Der Pastorale Raum befindet sich in einem Prozess, der sich mit der Zukunftsperspektive unserer Gemeinden beschäftigt. „Wozu bist du da, Kirche von Steinheim …- Marienmünster…- und Nieheim…?“ Die Erfahrungen aus der Milieustudie sollen dazu beitragen, die Pastoral, d.h. die Seelsorge und die Aufgaben in den Kirchengemeinden an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Die Studie kann auch dazu beitragen zu erkennen, warum bestimmte Angebote in unserer Kirche nicht mehr angenommen werden.

Es war und ist Auftrag von christlicher Kirche, die Botschaft von der Liebe Gottes in der Welt zu verkünden, so dass sie bei den Menschen ankommt. Wir Menschen sind aber nicht alle gleich sondern ticken unterschiedlich, d. h. wir leben und glauben sehr unterschiedlich. Und so werden wir in Zukunft auch nach unterschiedlichen Zugängen zu Glaube und Kirche neu Ausschau halten müssen.

Mit dieser Veranstaltung wollte die Steuerungsgruppe viele Menschen mit auf den Weg des vor uns liegenden Pastoralen Prozesses nehmen. Das Vertrautmachen mit den Lebenswelten der Menschen war ein erster Schritt auf diesem Weg. Darüber hinaus wird von den Pfarrgemeinderäten ein Fragebogen an kirchliche Vereine und Gruppen ausgeteilt, die z.B. fragen: Was motiviert mich? Oder wo sehe ich mich in dem Verein, in der Gruppe oder Initiative in der Zukunft? Bei Bedarf werden Fragebogen im Pfarrbüro Steinheim, Telefon: 05233/4372 in Papierform oder auch per Mailversand weitergegeben.

Die Steuerungsgruppe hat sich auch Gedanken gemacht, wie sie über Gruppen und Verbände hinaus mit Menschen über ihre Erfahrungen mit Kirche und Glauben ins Gespräch kommen kann. So werden bis zum Ende des Jahres mit Personen Interviews geführt, die nicht verbandlich gebunden sind. Die Vorstellung der Ergebnisse ist in einer Veranstaltung im Frühjahr 2020 geplant. Diese Veranstaltung soll wieder öffentlich sein und alle Interessierten zur Beteiligung am Pastoralen Prozess im Raum Steinheim – Marienmünster – Nieheim einladen.

Foto: Elisabeth Seifert

Referentin Julia-Fischting-Wirth und Pfarrer Ansgar Heckeroth

 

 

 

 

 

 

Foto: Elisabeth Seifert

Referentin Julia-Fischting-Wirth bei ihrem Vortrag, im Hintergrund das Schaubild der DELTA-Milieustudie

Foto: Josef Fuhrmann

Schlussworte von Pfarrer Ansgar Heckeroth